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Trigeminusneuralgie – wenn es nicht um Trennung geht, sondern um das eigene Ansehen

vor 2 Stunden
6 Min. Lesezeit

Autorin: Brigitte Nada-Elisa I Q & A Speakerin I Ausbilderin I Kausale Medizin


Mann mit Schmerzen im Gesichtsbereich zum Thema Trigeminusneuralgie und Kausale Medizin nach Methode Nada-Elisa
Institut Besser Leben by Nada-Elisa

Was, wenn der Schmerz nicht den Beginn eines Konfliktes markiert, sondern zu einem Zeitpunkt auftritt, an dem sich die innere Situation bereits verändert hat?


Diese Frage zeigt sehr deutlich, weshalb es in der Kausalen Medizin nach Methode Nada-Elisa nicht reicht, ausschließlich auf den Zeitpunkt schauen, an dem ein Symptom auftritt.


Mich interessiert die Geschichte davor.


  • Was ist geschehen?

  • Wie hat der Mensch diese Situation erlebt?

  • Welche Bedeutung hat er ihr gegeben?

  • Was hatte sich verändert, bevor der Schmerz auftrat?


Die Trigeminusneuralgie ist dafür ein interessantes Beispiel.


Ein Fall aus der Praxis

Nehmen wir einen rechtshändigen Mann.

Seit längerer Zeit baut er seine berufliche Zukunft neu auf. Sein Ziel ist eine selbstständige Tätigkeit und damit eine finanzielle und berufliche Situation, die er selbst gestaltet.

Doch immer wieder wird dieser Aufbau unterbrochen.

Er beginnt neu, etwas kommt dazwischen, er schafft neue Strukturen und wieder entsteht eine Unterbrechung.


Gleichzeitig fällt eine bisherige finanzielle Absicherung weg.


Irgendwann verändert sich seine Haltung zu seiner Situation. Er betrachtet manches entspannter. Der enorme innere Druck lässt nach und ausgerechnet jetzt beginnen links unter dem Auge stechende Schmerzen. Später verändern und erweitern sie sich im Bereich des Gesichtes.

Warum treten die Schmerzen zu einem Zeitpunkt auf, an dem dieser Mann seine Situation bereits entspannter betrachtet?

Hier beginnt die kausale Betrachtung.


Geht es wirklich um Trennung?

Im Zusammenhang mit dem Trigeminus wird innerhalb der fünf biologischen Naturgesetze, der zweiten Säule der Kausalen Medizin, ein Trennungskonflikt im Gesichtsbereich beschrieben. Eine weitere Formulierung verdient jedoch besondere Aufmerksamkeit:


„Das Gesicht verlieren.“


Und deshalb suche ich nicht automatisch nach der Trennung von einem Menschen.

„Das Gesicht verlieren“ beschreibt auch eine andere Erlebnisqualität.


  • Ein Mensch erlebt sich als gescheitert.

  • Er fühlt sich bloßgestellt.

  • Er hat den Eindruck, den Erwartungen anderer nicht mehr zu entsprechen.

  • Er wollte zeigen, dass er etwas schafft und erlebt das Gegenteil.


Plötzlich geht es nicht mehr ausschließlich um Arbeitslosigkeit, Geld oder Selbstständigkeit.

Es geht möglicherweise um Ansehen und um das Bild, das dieser Mensch von sich selbst hat und um das Bild, von dem er glaubt, dass andere es von ihm haben.


Sein innerer Satz kann lauten:

„Schon wieder habe ich es nicht geschafft.“

Oder:

„Wie stehe ich jetzt vor den anderen da?“

Oder:

„Ich wollte zeigen, dass ich das kann.“


Hier liegt nun ein wesentlicher Unterschied.

Das Ereignis allein erzählt uns noch nicht die Ursache.

Zwei Menschen erleben dieselbe finanzielle oder berufliche Situation und geben ihr vollkommen unterschiedliche Bedeutungen.

Deshalb interessiert mich nicht nur:

Was ist passiert?

Sondern:

Was bedeutete das, was passiert ist, für diesen einen Menschen?


Der Zeitpunkt des Schmerzes verändert die Betrachtung der Trigeminusneuralgie

Jetzt kommen wir zu einem besonders wichtigen Punkt.

Innerhalb des biologischen Phasenmodells wird der Trigeminus dem sogenannten Äußere-Haut-Schema zugeordnet. In der konfliktaktiven Phase wird eine verminderte Sensibilität bis hin zu einer gewissen Taubheit beschrieben.


Das ist bemerkenswert, weil der Mensch beschäftigt sich während dieser Zeit intensiv mit seiner Situation. Er sucht nach Lösungen, denkt darüber nach und steht unter Spannung. Der später schmerzende Bereich steht zu diesem Zeitpunkt körperlich unter Umständen noch gar nicht im Vordergrund.


Dann verändert sich etwas und die äußere Situation ist möglicherweise noch gar nicht vollständig geklärt, doch der Mensch selbst bewertet sie anders.


  • Er trifft eine Entscheidung.

  • Er akzeptiert, dass sein beruflicher Aufbau länger dauert.

  • Er erkennt, dass sein persönlicher Wert nicht davon abhängt, ob sein Vorhaben sofort gelingt.


Die Meinung anderer verliert an Bedeutung und der Konflikt verliert damit seine bisherige Intensität.

Innerhalb des Phasenmodells beginnt nach einer Konfliktlösung eine andere biologische Phase, wobei beim Trigeminus die charakteristischen Schmerzen dieser konfliktgelösten Phase zugeordnet werden.

Das führt zu einer vollkommen anderen Fragestellung.

Nicht nur:

„Was ist passiert, als der Schmerz angefangen hat?“

Sondern:

„Was war in den Wochen oder Monaten davor und was hatte sich unmittelbar vor dem Auftreten des Schmerzes verändert?“


„Aber zu diesem Zeitpunkt ging es mir doch schon besser“

Dieser Satz ist für eine kausale Betrachtung interessant.

Menschen suchen verständlicherweise häufig dort nach einer Ursache, wo ein Symptom beginnt.

Doch der Beginn eines Symptoms und der Beginn der vorausgegangenen Konfliktsituation liegen innerhalb dieses Modells nicht zwingend am selben Zeitpunkt.

Wenn ein Mensch deshalb erzählt:

„Komischerweise hatte ich zu dieser Zeit gar keinen besonderen Stress mehr.“

oder:

„Da hatte ich mich mit der Situation schon abgefunden.“

werde ich aufmerksam.

Denn nun stellt sich eine andere Frage:

Was war vorher?

Und wodurch hatte sich die innere Haltung verändert?

Der auftretende Schmerz beweist dabei nicht automatisch, dass ein bestimmter Konflikt gelöst wurde.


Entscheidend ist die zeitliche Entwicklung:

Konfliktsituation → Konfliktaktivität → Veränderung → Lösung → körperliche Reaktion

Erst diese Chronologie ermöglicht eine differenzierte Betrachtung.


Was bedeutet die linke Seite?

Unser Beispiel betrifft einen Rechtshänder mit Beschwerden auf der linken Gesichtshälfte.

Innerhalb der biologischen Zuordnung wird bei einem Rechtshänder die linke Körperseite grundsätzlich dem Mutter-Kind-Bereich zugeordnet.

Auch hier ist mir eine Unterscheidung wichtig:


Eine biologische Zuordnung ist noch keine persönliche Geschichte.

Deshalb lautet meine Aussage nicht automatisch:

„Dann liegt das Thema bei deiner Mutter oder deinem Kind.“


  • Vielleicht wollte der Mann seinem Kind zeigen, dass er Sicherheit schaffen kann.

  • Vielleicht war ihm wichtig, gegenüber seiner Mutter zu zeigen, dass er seinen Weg erfolgreich geht.

  • Vielleicht zeigt die persönliche Lebensgeschichte einen anderen Zusammenhang.


Deshalb frage ich.

Ich lege die Antwort nicht vorher fest.


Und was ist mit wiederkehrenden Beschwerden?

Auch das ist für die kausale Betrachtung einer Trigeminusneuralgie interessant.

Wenn Beschwerden kommen, nachlassen und erneut auftreten, lohnt sich ein genauer Blick auf die zeitlichen Zusammenhänge.


  • Was geschieht jeweils davor?

  • Gibt es bestimmte Gespräche?

  • Bestimmte Menschen?

  • Finanzielle Situationen?

  • Gedanken an die berufliche Zukunft?



  • Situationen, in denen der alte innere Satz wieder auftaucht:

„Ich habe es wieder nicht geschafft.“


Und gibt es danach erneut eine Entspannung?

Innerhalb des biologischen Phasenmodells kann daraus ein Wechsel zwischen erneuter Konfliktaktivität und anschließender Lösungsphase entstehen und gerade deshalb ist eine einzelne Momentaufnahme häufig zu wenig.

Die Entwicklung über einen längeren Zeitraum erzählt wesentlich mehr.


Drei Säulen ermöglichen eine umfassendere Betrachtung

Die Kausale Medizin nach Methode Nada-Elisa verbindet drei Säulen.

1. Mentaltraining nach Kurt Tepperwein

Hier betrachten wir Gedanken, Bewertungen, Überzeugungen und innere Programme.

  • Was denkt dieser Mensch über sich?

  • Welche Bedeutung gibt er einer Situation?

  • Welche Erwartungen stellt er an sich?

  • Welcher innere Satz läuft möglicherweise bereits seit Jahren im Hintergrund?

2. Die fünf biologischen Naturgesetze

Sie bringen eine weitere Ebene hinzu.

Hier betrachten wir die biologische Zuordnung sowie die Unterscheidung zwischen Konfliktaktivität und konfliktgelöster Phase und diese zeitliche Differenzierung verändert die Betrachtung erheblich, denn das sichtbare oder wahrnehmbare Symptom steht nicht zwangsläufig am Anfang der Geschichte.

3. Salutogenese nach Aaron Antonovsky

Hier richtet sich der Blick auf die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit.

Ein zentraler Gedanke Antonovskys ist das Kohärenzgefühl: die Erfahrung, das eigene Leben als verstehbar, handhabbar und sinnvoll einordnen zu können.


Damit schließt sich der Kreis.

Wenn ein Mensch versteht, was in seinem Leben geschieht, Zusammenhänge erkennt und wieder Handlungsmöglichkeiten sieht, verändert sich auch seine Position gegenüber einer belastenden Lebenssituation.


Kausale Medizin bedeutet mehr als Konfliktzuordnung

Es ist zu einfach, eine Tabelle aufzuschlagen und zu sagen:

Trigeminusneuralgie = dieser Konflikt.

Genau das entspricht nicht meinem Verständnis der Kausalen Medizin nach Methode Nada-Elisa.

Mich interessiert der Mensch hinter dem Symptom, seine Lebenssituation, seine Gedanken und seine individuelle Bewertung.

Besonders auch die zeitliche Entwicklung und der Punkt, an dem sich etwas verändert hat.


Deshalb sage ich unserem Mann nicht:

„Deine beruflichen Schwierigkeiten haben deine Trigeminusneuralgie verursacht.“

Ich frage:

  • Was hat diese Situation für dich bedeutet?

  • Was dachtest du damals über dich selbst?

  • Vor wem wolltest du dein Gesicht wahren?

  • Wem wolltest du zeigen, dass du es schaffst?

  • Wann hat sich deine Haltung verändert?


Und schließlich:

Was war unmittelbar bevor der erste Schmerz auftrat anders als in den Monaten davor?

Durch diese Fragen kann ein Zusammenhang sichtbar werden, der vorher nicht erkennbar war, oder es zeigt sich, dass die erste Vermutung nicht passt.

Auch das gehört zu einer sauberen kausalen Betrachtung.

Das Symptom ist nicht zwingend der Anfang der Geschichte

Das ist einer der wesentlichen Erkenntnisse.

Wir sind gewohnt, dort mit der Suche zu beginnen, wo etwas weh tut.

Kausal gehen wir auf der Zeitachse zurück.


  • Nicht jeder Mensch erlebt dieselbe Situation gleich.

  • Nicht jedes vermeintliche Scheitern betrifft das Ansehen.

  • Nicht jede Trigeminusneuralgie erzählt dieselbe Geschichte.

  • Nicht jedes Symptom, das heute erscheint, beginnt ursächlich mit dem heutigen Tag.


Deshalb lautet eine meiner wichtigsten Fragen:


Was war davor?


Und manchmal folgt darauf ein bemerkenswerter Satz:

„Dabei ging es mir zu diesem Zeitpunkt doch gerade wieder besser.“


Dann lohnt es sich, die Geschichte noch einmal von vorne anzusehen.


Denn Kausale Medizin nach Methode Nada-Elisa beginnt nicht mit einer fertigen Antwort. Sie beginnt mit der passenden Frage.


Von Herzen,

Brigitte Nada-Elisa


Das neueste Buch von Nada-Elisa über die Kausale Medizin nach ihrer Methode
Von Brigitte Nada-Elisa

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