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Hinweis:

Die Beiträge zeigen die Sichtweise der Kausalen Medizin nach Methode Nada-Elisa und ersetzen
keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Tantra ist mehr als Sex – "Ein Date mit Mentaltraining"

vor 13 Minuten
6 Min. Lesezeit

Autorin: Brigitte Nada-Elisa I Ausbilderin I Mentaltrainer & Mentoren I Speakerin


Brigitte Nada-Elisa in bordeauxroter, schulterfreier Bluse vor einer warmen Kulisse mit Lotusblüten und Kerzen. Das Titelbild zum Blogbeitrag „Tantra ist mehr als Sex – ein Date mit Mentaltraining“ verbindet Tantra-Philosophie mit Mentaltraining nach Kurt Tepperwein.
Institut Besser Leben by Nada-Elisa

Wenn die Philosophie des Tantra auf Mentaltraining nach Kurt Tepperwein trifft – eine Begegnung, die zum Nachdenken anregt.

Tantra – warum denken wir sofort an Sex?

Wer heute das Wort Tantra hört, denkt häufig an Erotik, Sexualität, Intimmassagen oder außergewöhnliche Begegnungen zwischen Mann und Frau.

Doch ist das wirklich Tantra? Oder ist es das Bild, das wir uns davon gemacht haben?

Tantra hat seine Wurzeln in jahrhundertealten hinduistischen und buddhistischen Traditionen. Es umfasst unterschiedliche philosophische Richtungen, in denen Bewusstsein, Aufmerksamkeit, Meditation und die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Dasein eine wesentliche Rolle spielen.

Sexuelle Praktiken kommen in bestimmten tantrischen Traditionen vor. Sie sind jedoch keineswegs die Grundlage aller tantrischen Lehren.

Das moderne westliche Tantra hat sich teilweise in eine andere Richtung entwickelt. Hier stehen häufig Sinnlichkeit, Berührung und zwischenmenschliche Begegnung im Vordergrund.

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Interessant wird es allerdings, wenn dadurch eine gesamte Philosophie auf Sexualität reduziert wird.

Tantra ist mehr als Sex. Es beschäftigt sich auch mit der Frage, wie bewusst wir uns selbst und anderen Menschen begegnen.

Und damit sind wir bereits bei einem Thema, das uns auch im Mentaltraining begegnet.

Mentaltraining nach Kurt Tepperwein – die Bedeutung unserer Gedanken

Mentaltraining nach Kurt Tepperwein beschäftigt sich mit unseren Gedanken, Überzeugungen, Erwartungen und inneren Einstellungen.

Ein wesentlicher Grundgedanke lautet:

Nicht allein das, was wir erleben, bestimmt unsere Reaktion. Entscheidend ist, welche Bedeutung wir dem Erlebten geben.

Zwei Menschen können dieselbe Begegnung vollkommen unterschiedlich bewerten.

Was für den einen Vertrauen bedeutet, löst beim anderen Unsicherheit aus.

Was der eine als angenehme Nähe betrachtet, empfindet der andere als Grenzüberschreitung.

Warum?

Weil jeder Mensch seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen und seine persönlichen Überzeugungen mitbringt.

Mentaltraining beschäftigt sich damit, diese Zusammenhänge bewusst zu erkennen und hier beginnt für mich eine interessante Verbindung zur Philosophie des Tantra.

Wenn Tantra auf Mentaltraining trifft

Stellen wir uns eine einfache Situation vor.

Zwei Menschen sitzen einander gegenüber und halten für einige Augenblicke Blickkontakt.

Für den einen ist es eine angenehme Begegnung.

Der andere wird unsicher und möchte den Blickkontakt beenden.

Was ist geschehen?

Äußerlich betrachtet haben beide an derselben Übung teilgenommen.

Innerlich können jedoch vollkommen unterschiedliche Gedanken entstanden sein.

Vielleicht denkt der eine: „Wie schön, dass mir jemand seine volle Aufmerksamkeit schenkt.“

Der andere denkt: „Was erwartet dieser Mensch jetzt von mir?“

Die Situation ist vergleichbar. Die Bewertung ist unterschiedlich und diese Bewertung beeinflusst das persönliche Erleben.

Hier treffen Tantra und Mentaltraining aufeinander.

Tantra kann einen Raum für bewusste Begegnungen eröffnen. Mentaltraining kann helfen, die Gedanken und Überzeugungen zu erkennen, die solche Begegnungen begleiten.


Daraus entstehen Fragen, die weit über eine einzelne Übung hinausgehen:


  • Warum fällt es manchen Menschen schwer, Nähe zuzulassen?

  • Warum verbinden andere Menschen jede Form von Berührung sofort mit Sexualität?

  • Weshalb suchen manche Menschen ständig die Bestätigung ihres Gegenübers?

  • Und warum fällt es uns manchmal schwer, eine persönliche Grenze klar auszusprechen?


Vielleicht liegt die Antwort nicht ausschließlich in der Begegnung selbst.

Vielleicht lohnt es sich, die eigene Bewertung genauer zu betrachten.


Sexualität – "Erleben wir die Begegnung oder unsere Erwartungen?"

Sexualität gehört zum menschlichen Leben. Doch nicht jede Form von Nähe ist sexuell.

Eine Umarmung kann Zuneigung ausdrücken, eine Berührung kann Trost bedeuten, ein Blick kann Vertrauen vermittel und eine Begegnung kann vollkommen ohne körperlichen Kontakt von großer persönlicher Bedeutung sein.


Warum verbinden wir dann gerade Tantra so häufig mit sexuellen Erwartungen?


Liegt es an der Art, wie Tantra öffentlich dargestellt wird?

An unseren gesellschaftlichen Vorstellungen von Nähe?

Oder an persönlichen Wünschen, die wir mit dem Begriff verbinden?


Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Denn wer ein Tantra-Seminar besucht, bringt bereits Erwartungen mit.

Der eine sucht eine neue Erfahrung, der andere möchte sich selbst besser kennenlernen.

Ein weiterer Teilnehmer interessiert sich für Sinnlichkeit oder erotische Begegnungen.

Alle drei lesen möglicherweise dieselbe Seminarbeschreibung und stellen sich dennoch etwas vollkommen Unterschiedliches vor.

Suchen wir tatsächlich das, was angeboten wird? Oder suchen wir das, was wir persönlich damit verbinden?


Diese Frage betrifft nicht nur Tantra. Sie betrifft viele Bereiche unseres Lebens.

Unsere Erwartungen beeinflussen, was wir wahrnehmen, wie wir Situationen beurteilen und welche Bedeutung wir ihnen geben.

Deshalb halte ich die mentale Ebene bei Tantra für besonders interessant.


Tantra ohne Sex – "Was bleibt dann?

Eine ganze Menge.


  • Bewusste Begegnung

  • Aufmerksamkeit

  • Selbstverantwortung

  • Kommunikation

  • Vertrauen

  • Persönliche Grenzen


Ein Tantra-Seminar kann sich mit all diesen Themen beschäftigen, ohne sexuelle Handlungen einzubeziehen.

Es kann Menschen dazu anregen, ihre Vorstellungen von Nähe zu hinterfragen.

Es kann zeigen, wie unterschiedlich wir Begegnungen wahrnehmen.


Und es kann Fragen aufwerfen, die im Alltag häufig unbeachtet bleiben.


  • Wie klar kommuniziere ich meine Wünsche?

  • Kann ich Nein sagen, ohne mich rechtfertigen zu wollen?

  • Erwarte ich von anderen Menschen, dass sie meine Bedürfnisse erkennen?

  • Und wie gehe ich damit um, wenn mein Gegenüber andere Vorstellungen hat als ich?


Für mich liegt darin ein interessanter Ansatz moderner Tantra-Arbeit.

Nicht die sexuelle Erfahrung steht im Mittelpunkt, sondern der bewusste Umgang mit sich selbst und anderen Menschen.

Das bedeutet nicht, dass Sexualität grundsätzlich aus Tantra ausgeschlossen wird. Es bedeutet, dass Tantra auch ohne sexuelle Handlungen einen eigenständigen Erfahrungs- und Bildungsraum eröffnen kann.


Tantra-Praktiker und Tantra-Masseure – "Was geschieht auf der mentalen Ebene?"

An dieser Stelle möchte ich besonders jene Menschen ansprechen, die bereits mit Tantra arbeiten.

Tantra-Praktiker, Tantra-Masseure und Seminarleiter bringen unterschiedliche Ausbildungen, Erfahrungen und persönliche Schwerpunkte mit.

Sie beschäftigen sich mit Begegnung, Aufmerksamkeit, Berührung und dem respektvollen Umgang mit Menschen.

Doch eine Frage finde ich besonders interessant:


Wie viel Aufmerksamkeit erhält die mentale Ebene des Menschen, der zu euch kommt?


Ein Beispiel:

Zwei Menschen erhalten eine vergleichbare Tantra-Anwendung.

Der eine beschreibt sie anschließend als angenehm und entspannend.

Der andere berichtet von Unsicherheit, Scham oder unerwarteten Gedanken.


Die Anwendung mag ähnlich gewesen sein. Die persönliche Bedeutung unterscheidet sich.


Was hat der Mensch in dieser Situation gedacht?

Welche Erwartungen hat er mitgebracht?

Welche Erfahrungen beeinflussen seine Wahrnehmung?

Welche Bedeutung gibt er dem Erlebten?


Nicht jede Reaktion lässt sich allein durch Gedanken erklären. Dennoch lohnt es sich, die persönlichen Bewertungen eines Menschen zu berücksichtigen.

Hier sehe ich eine interessante Ergänzung durch Mentaltraining nach Kurt Tepperwein.

Denn es geht nicht darum, jede Reaktion zu interpretieren oder dem Menschen eine bestimmte Bedeutung seiner Erfahrung zu erklären.


Im Gegenteil.


Es geht darum, Fragen stellen zu können, die dem Menschen helfen, seine eigenen Gedanken und Zusammenhänge zu erkennen.

Vielleicht beginnt eine solche Reflexion bereits mit einer einfachen Frage:

„Was hat diese Erfahrung für dich persönlich bedeutet?“

Oder:

„Welche Gedanken sind dir dabei bewusst geworden?“

Das sind keine komplizierten Techniken, doch die Fähigkeit, aufmerksam zuzuhören und eine Frage zum richtigen Zeitpunkt zu stellen, verlangt eine bewusste Haltung.

Eine Anwendung kann eine Erfahrung ermöglichen. Eine gute Frage kann dazu beitragen, diese Erfahrung besser zu verstehen.

Vielleicht liegt gerade darin eine interessante zusätzliche Kompetenz für Menschen, die bereits mit Tantra arbeiten.


Kausales Denken – "Warum reagieren wir, wie wir reagieren?

In der Kausalen Medizin nach Methode Nada-Elisa beschäftige ich mich mit der Frage nach den Ursachen menschlichen Erlebens und Handelns und bewusst zu verursachen.

Dabei steht für mich nicht allein die sichtbare Reaktion im Mittelpunkt, sondern auch der persönliche Zusammenhang, aus dem sie entsteht.


Ein Mensch zieht sich bei Nähe zurück.

Ein anderer sucht ständig Bestätigung.

Ein dritter stellt die Erwartungen anderer Menschen über seine eigenen Bedürfnisse.


Warum?


Welche Gedanken, Erfahrungen und Überzeugungen stehen hinter diesem Verhalten?

Das kausale Denken lädt dazu ein, nicht bei der ersten Beobachtung stehen zu bleiben.

Es richtet den Blick auf die persönliche Lebenssituation und die Bedeutung, die ein Mensch seinen Erfahrungen gibt.

Bei Themen wie Nähe, Sexualität und zwischenmenschlicher Begegnung können solche Fragen neue Perspektiven eröffnen.


Was können Tantra und Mentaltraining voneinander lernen?

Tantra und Mentaltraining sind eigenständige Ansätze mit unterschiedlichen Ursprüngen.

Dennoch beschäftigen sich beide auf ihre Weise mit Bewusstsein, Selbstwahrnehmung und persönlicher Entwicklung.

Tantra kann Menschen dazu einladen, ihre Art der Begegnung bewusster zu betrachten.

Mentaltraining nach Kurt Tepperwein beschäftigt sich mit den Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen, die unser Erleben und Verhalten beeinflussen.

Daraus entsteht keine neue allgemeingültige Tantra-Lehre.

Es entsteht vielmehr eine interessante Möglichkeit, unterschiedliche Kompetenzen miteinander zu verbinden.

Für Tantra-Praktiker und Tantra-Masseure kann das bedeuten, die mentale Ebene ihrer bisherigen Tätigkeit genauer kennenzulernen.

Für Mentaltrainer kann die Auseinandersetzung mit der Tantra-Philosophie neue Fragen über Nähe, Beziehungen und persönliche Grenzen eröffnen.

Und für Menschen, die Tantra bisher ausschließlich mit Sexualität verbunden haben, entsteht vielleicht erstmals ein anderer Blickwinkel.


Fazit: Ein Date, das zum Nachdenken anregt

Tantra ist mehr als Sex und Mentaltraining ist mehr als positives Denken.

Beide beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Menschen und seinem Bewusstsein.

Vielleicht liegt ihre interessanteste Verbindung nicht in einer neuen Übung oder einer besonderen Methode.

Vielleicht liegt sie in den Fragen, die entstehen, wenn wir unsere bisherigen Vorstellungen hinterfragen.


  • Was bedeutet Nähe für mich?

  • Welche Erwartungen bringe ich in eine Begegnung mit?

  • Welche Überzeugungen bestimmen mein Verhalten?

  • Und wie bewusst gehe ich mit meinen eigenen Grenzen und denen anderer Menschen um?


Besonders Menschen, die beruflich mit Tantra arbeiten, möchte ich zu einem Gedanken einladen:

Was verändert sich an meiner Arbeit, wenn ich nicht nur die Erfahrung eines Menschen betrachte, sondern auch die Gedanken und Bewertungen, die er damit verbindet?


Vielleicht entsteht daraus eine neue Perspektive.

Vielleicht auch der Wunsch, sich mit Mentaltraining näher auseinanderzusetzen.

Denn persönliche Entwicklung beginnt häufig mit einer Frage, die wir uns bisher noch nicht gestellt haben.


Vielleicht ist das der Beginn eines interessanten Dates zwischen Tantra und Mentaltraining.

Von Herzen, Deine

Brigitte Nada-Elisa




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Über die Autorin

Brigitte Nada-Elisa ist seit über 30 Jahren Mentorin und Mentaltrainerin. Sie gründete 2006 das Institut Besser Leben in Wien und entwickelte die Kausale Medizin nach Methode Nada-Elisa. Über 500 Mentaltrainerinnen und Mentaltrainer hat sie ausgebildet.

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