Umsetzung: Der Unterschied zwischen einem Wunsch und einer Entscheidung
- Brigitte Nada-Elisa

- vor 3 Stunden
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Autorin: Brigitte Nada-Elisa I Q & A Speakerin I Ausbilderin I Kausale Medizin

Immer wieder begegnen mir Menschen, die von der Selbstständigkeit träumen. Vom eigenen Unternehmen. Von der Freiheit. Von einem Leben nach ihren eigenen Regeln.
Der Wunsch ist echt. Die Sehnsucht ist echt und trotzdem bleibt bei den meisten genau das: ein Wunsch.
Ich habe diesen Schritt selbst getan, noch jung. Und wenn ich zurückblicke auf das, was ich damals umgesetzt habe, dann war daran nichts bequem.
Familiäre Herausforderungen. Widerstände aus dem Umfeld. Eine Realität, die mir wenig Spielraum ließ.
Gegründet habe ich aus einer echten Notlage heraus. Das Leid in meinem damaligen Leben war so groß, dass Stillstand keine Option mehr war.
Die Umsetzung war keine Wahl unter mehreren.
Sie war der einzige Weg, den ich noch sah.
Was ich heute sehe
Heute, aus der Perspektive von über 30 Jahren als Mentaltrainerin und Bewusstseinstrainerin sehe ich ein anderes Bild.
Menschen mit dem erklärten Ziel, sich selbstständig zu machen oder Unternehmer zu werden, halten an der Schwelle zur Umsetzung inne und drehen sich wieder um und nicht aus Unfähigkeit, sondern oft im Gegenteil.
Viele von ihnen tragen Gold in den Händen: Wissen, Fähigkeiten, Erfahrung, manchmal sogar bereits erlernte Werkzeuge, die einfach nicht angewendet werden.
Was ich stattdessen beobachte, ist eine Suche.
Eine Suche nach Mustern, die erklären, warum die Umsetzung nicht stattfindet. Eine Suche nach spiritueller Heilung für Blockaden, die vielleicht gar keine Blockaden im wahren Sinn sind, sondern schlicht ein fehlender Wille, aus der Komfortzone zu treten.
Als Bewusstseinstrainerin, die selbst tief in dieser Tätigkeit steht, verstehe ich diese Entwicklung nicht mehr vollständig.
Warum ist das gerade in unserer Zeit des Wohlstandes so verbreitet?
Der Preis der Freiheit
Ich glaube, nur wenige Menschen sind sich wirklich klar darüber, was das Ziel Selbstständigkeit oder Unternehmertum an Einsatz verlangt.
Nicht auf einer einzelnen Ebene, sondern über die gesamte Bandbreite hinweg, immer in ganzheitlicher Orientierung gedacht:
körperlich, mental, emotional, zeitlich und finanziell.
Es braucht einen Einsatz, der weit über das hinausgeht, was ein bequemes Leben verlangt und an diesem Punkt stellt sich die entscheidende Frage, nicht rhetorisch gemeint ist:
Will ich das wirklich?
Diese Frage ehrlich zu beantworten, ist der erste Schritt zur Umsetzung.
Wer sie beantwortet und dann trotzdem zurückweicht, zahlt einen hohen Preis.
Nicht in Geld, sondern in Form einer Freiheit, die nur scheinbar bleibt.
Man zieht sich zurück in den vertrauten Bereich der Komfortzone. Dorthin, wo es bequem ist, wo nichts riskiert wird und wo auch nichts gewonnen wird.
Es wird aufgeschoben. Es werden Gründe gefunden, warum gerade jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist und Fähigkeiten, die längst vorhanden sind, bleiben ungenutzt liegen.
Der Schweinehund statt das Muster
An dieser Stelle setzt bei vielen die Mustersuche ein, statt der ehrlichen Auseinandersetzung mit sich selbst.
Es ist leichter, ein Kindheitsmuster, eine energetische Blockade oder eine karmische Verstrickung zu identifizieren, als sich hinzusetzen und mit sich selbst Klartext zu reden.
Der eigene innere Schweinehund wird selten beim Namen genannt.
Stattdessen wird nach etwas gesucht, das außerhalb der eigenen Verantwortung liegt.
Ich will damit nicht sagen, dass Muster nicht existieren oder dass innere Tätigkeit bedeutungslos ist. Ich beschäftige mich selbst tagtäglich mit Menschen und genau diesen Themen.
Der Unterschied liegt darin, ob die innere Auseinandersetzung der Umsetzung dient oder ob sie zu ihrem Ersatz wird.
Wenn die Reflexion zur Dauerschleife wird und das Handeln immer weiter aufgeschoben bleibt, hat sich das Werkzeug gegen sein ursprüngliches Ziel gewendet.
Muss das Leid erst groß genug sein?
Bei mir war das Leid sehr groß, als ich den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen bin.
Diese Not hat mich in Bewegung gesetzt, wo Zögern keinen Raum mehr hatte und hier stelle ich mir bei vielen Menschen die Frage:
Ist das Leid im derzeitigen beruflichen Leben noch nicht groß genug?
Ich fände es schön, wenn Menschen nicht erst dann in die Umsetzung gehen, wenn kein anderer Weg mehr bleibt.
Wenn der Wunsch nach Veränderung allein schon genügen, ohne dass erst eine Krise den letzten Anstoß liefert.
Das bedeutet, dass die Entscheidung aus einer Position der Klarheit heraus getroffen wird und nicht aus der Enge der Verzweiflung.
Die Lösung: Umsetzung als Ausdruck einer Entscheidung
Was Umsetzung im Kern bedeutet, geht über jede einzelne Methode und jedes einzelne Konzept hinaus.
Umsetzung ist der Moment, in dem ein Wunsch aufhört, ein Wunsch zu sein, und zu einer Entscheidung wird.
Ein Wunsch bleibt passiv und er wartet auf die richtigen Umstände.
Eine Entscheidung ist aktiv und sie schafft die Umstände selbst.
Diese Unterscheidung gilt weit über die Selbstständigkeit hinaus. Für jedes Vorhaben, jede Veränderung und jeden Neuanfang, den ein Mensch sich vornimmt.
Die Umsetzung beginnt dort, wo die Frage
„Will ich das wirklich?“
ehrlich mit Ja beantwortet wird und diesem Ja Handlung folgt.
Mit vollem Einsatz und ohne die Erwartung, dass es bequem bleibt.
Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen, findet nicht die scheinbare Freiheit der Komfortzone, sondern die echte Freiheit dessen, was aus eigener Kraft geschaffen wurde.
Von Herzen, Deine Nada-Elisa






Ein klares Statement für Klarheit und die Wichtigeit von Entscheidungen.