Hörsturz, Tinnitus und Mittelohrentzündung aus Sicht der Kausalen Medizin
- Brigitte Nada-Elisa

- vor 8 Minuten
- 4 Min. Lesezeit
Autorin: Brigitte Nada-Elisa I Q & A-Speakerin I Ausbilderin Kausale Medizin

Nicht jede Ohrsymptomatik hat dieselbe Ursache
Wenn wir über Hörsturz, Tinnitus oder Ohrenschmerzen sprechen, betrachten wir häufig nur das Symptom.
Die Kausale Medizin unterscheidet genauer.
Je nachdem, welcher Bereich des Ohres betroffen ist, können unterschiedliche Konfliktthemen zugrunde liegen.
Hörsturz und Innenohr
Der zugrunde liegende Konflikt
Hinter einem Hörsturz steht häufig ein Hörkonflikt.
Der Kern dieses Konfliktes lautet:
„Das will ich nicht hören.“
oder
„Ich habe etwas Schreckliches gehört.“
Dabei kann es sich um eine überraschende, schockierende oder verletzende Information handeln.
Beispiele:
Eine Trennung
Ein schwerer Vorwurf
Eine Kündigung
Eine unerwartete Nachricht
Eine Aussage, die das bisherige Weltbild erschüttert
Worte, die als ungerecht oder verletzend erlebt werden
Typisch ist, dass die Situation den Betroffenen unvorbereitet trifft.
Die konfliktaktive Phase
Nach dem Konfliktereignis beschäftigt sich der Mensch ständig mit dem Geschehen.
Die Gedanken kreisen, die Situation wird analysiert, sucht nach Erklärungen und will verstehen.
In dieser Phase läuft im Organismus ein biologischer Anpassungsprozess.
Der Körper befindet sich nicht in Regeneration, sondern in Aktivität.
Der Mensch erlebt häufig innere Anspannung, erhöhte Aufmerksamkeit und eine starke gedankliche Bindung an das Ereignis.
Die Konfliktlösung
Irgendwann verändert sich die Situation.
Eine Aussprache findet statt.
Eine Entscheidung wird getroffen.
Eine Erkenntnis entsteht.
Oder die belastende Information verliert ihre Bedeutung.
Der innere Alarmzustand endet und damit beginnt die Heilungsphase.
Die Heilungsphase
Jetzt startet die Regeneration des zuvor belasteten Gewebes.
Im Bereich des Innenohres kommt es zu Reparaturvorgängen.
Dabei entsteht vorübergehend eine Schwellung.
Diese Schwellung kann das Hörvermögen vorübergehend beeinträchtigen und in dieser Phase treten häufig Symptome auf wie:
Hörsturz
Hörminderung
Ohrdruck
Tinnitus
Geräuschempfindlichkeit
Schwindel
Aus Sicht der Kausalen Medizin handelt es sich dabei nicht um den Beginn des Prozesses, sondern um die Regenerationsphase nach einer bereits gelösten Konfliktsituation.
Die Krise
Etwa in der Mitte der Heilungsphase kommt es häufig zu einer kurzen, aber intensiven Phase.
Sie dient dem Organismus dazu, die Heilungsphase abzuschließen und das entstandene Ödem wieder abzubauen.
Dabei können Symptome kurzfristig stärker werden.
Mögliche Erscheinungen:
Verstärkter Tinnitus
Vorübergehende Hörverschlechterung
Stärkeres Druckgefühl
Schwindel
Diese Phase ist meist deutlich kürzer als die gesamte Heilungszeit.
Das Ende der Heilung
Nach der Krise beginnt der Organismus, die Schwellung zurückzubilden.
Das Gewebe stabilisiert sich.
Der Druck nimmt ab.
Das Hören verbessert sich.
Das Gleichgewicht normalisiert sich.
Die Regeneration wird abgeschlossen.
Mittelohrentzündung
Beim Mittelohr steht nicht das Thema „nicht hören wollen“ im Vordergrund.
Hier geht es um einen Informationskonflikt.
Der Kern lautet:
„Ich bekomme die Information nicht, die ich brauche.“
oder
„Ich möchte etwas wissen und erfahre es nicht.“
Bei Kindern eventuell, die Gute-Nacht-Geschichte.
(Fall aus meiner Praxis: "Mama begann wieder zu arbeiten, Abendritual übernahm die Oma.")
Typische Beispiele:
Warten auf einen wichtigen Anruf
Keine Antwort erhalten
Von einer wichtigen Information ausgeschlossen werden
Das Gefühl haben, übergangen worden zu sein
Nicht zu erfahren, was hinter dem eigenen Rücken gesprochen wurde
Während der konfliktaktiven Phase versucht der Mensch, an die gewünschte Information zu gelangen.
Nach der Konfliktlösung beginnt die Heilungsphase.
Dann können auftreten:
Mittelohrentzündung
Schmerzen
Druckgefühl
Flüssigkeitsbildung
Sekretbildung
Vorübergehende Hörminderung
Die Entzündung wird dabei als Teil des Regenerationsprozesses verstanden.
Tinnitus
Tinnitus tritt häufig gemeinsam mit einem Hörkonflikt auf.
Viele Betroffene berichten rückblickend von Situationen, in denen sie etwas gehört haben, das sie tief getroffen oder dauerhaft beschäftigt hat.
Typische Themen können sein:
Verletzende Worte
Schockierende Aussagen
Massive Vorwürfe
Dauerhafte gedankliche Beschäftigung mit einer bestimmten Information
Tinnitus kann sowohl während der konfliktaktiven Phase als auch während der Heilungsphase auftreten.
Die Bedeutung von rechtem und linkem Ohr
Für die Ursachenforschung kann auch die betroffene Seite von Bedeutung sein.
Bei Rechtshändern wird häufig zwischen zwei Bereichen unterschieden.
Linkes Ohr
Mutter-Kind-Bereich
Dazu zählen beispielsweise:
Eigene Kinder
Eltern
Menschen, für die man besondere Fürsorge empfindet
Rechtes Ohr
Partnerbereich
Dazu zählen beispielsweise:
Ehepartner
Freunde
Kollegen
Geschäftspartner
Kunden
Nachbarn
Bei Linkshändern wird diese Zuordnung umgekehrt betrachtet.
Deshalb lohnt sich neben der Frage:
„Was habe ich gehört?“
auch die Frage:
„Von wem habe ich es gehört?“
Die wichtigsten Fragen zur Ursachenforschung
Wenn Ohrsymptome auftreten, lohnt sich der Blick auf die Zeit vor Beginn der Beschwerden.
Fragen können sein:
Was habe ich gehört?
Was wollte ich nicht hören?
Welche Nachricht hat mich getroffen?
Welche Worte beschäftigen mich bis heute?
Welche Information habe ich erwartet und nicht erhalten?
Von wem kam diese Information?
Gehört die Person zum Partnerbereich oder zum Mutter-Kind-Bereich?
Oft zeigen sich dadurch Zusammenhänge, die zuvor nicht erkannt wurden.
Verstehen statt nur reagieren
Die Kausale Medizin versteht sich nicht als Ersatz für die Schulmedizin.
Sie möchte auch nicht gegen bestehende medizinische Ansätze argumentieren.
Ihr Anliegen ist ein anderes.
Sie möchte eine Lücke schließen und zu einem komplementären Weg inspirieren.
Eine gegenseitige Ergänzung?
Je besser wir die biologischen Abläufe verstehen und je bewusster wir die möglichen Ursachen im eigenen Leben erkennen, desto umfassender wird unser Verständnis für Gesundheit, Krankheit und die Zusammenhänge zwischen Leben, Erleben und Körper.
Darin liegt der komplementäre Ansatz der Kausalen Medizin.
Sie ergänzt die Betrachtung des Körpers um die Betrachtung des Menschen und seiner individuellen Lebensgeschichte.
Von Herzen
Brigitte Nada-Elisa
Speakerin für Kausale Medizin
Ausbilderin für Mentaltrainer & Mentoren
Institut Besser Leben | Kausale Medizin





Kommentare