Klatsch und Tratsch – was, wenn es das nicht mehr gäbe? Worüber würden wir dann noch reden?
- Brigitte Nada-Elisa

- vor 2 Tagen
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Autorin: Brigitte Nada-Elisa I Q & A-Speakerin I AusbilderinI Mentorin
Fast täglich begegnet mir das: Gerede über andere Menschen. Was der eine getan hat, was die andere gesagt haben soll, wer sich wie verhalten hat. Und je öfter ich das erlebe, desto mehr stelle ich mir die Frage:
Was würde eigentlich übrig bleiben, wenn es Klatsch und Tratsch nicht mehr gäbe? Worüber würden wir dann noch reden?
Die ehrliche Antwort ist wahrscheinlich ernüchternd.
Vielleicht über Politik.
Über das schlechte Wetter.
Über Krankheiten und die Angst davor.
Das alles, meist mit einer erstaunlichen Vehemenz im Urteil, als ginge es dabei um Leben und Tod.
Es scheint fast, als bräuchten viele Menschen ständig etwas Negatives, an dem sie sich reiben können. Fehlt der Klatsch über die Nachbarin, wird eben über das Wetter geschimpft oder über die nächste vermeintliche Krankheit spekuliert.
Mir fällt dabei immer wieder auf, wie viel Energie in dieses Reden über andere fließt – Energie, die wir viel sinnvoller für unser eigenes Leben einsetzen könnten.
An diesem Punkt erinnere ich mich gerne an eine alte Geschichte, die Sokrates zugeschrieben wird – die Geschichte von den drei Sieben.
Die Geschichte von den drei Sieben
Eines Tages kam ein Mann aufgeregt zu Sokrates gelaufen.
„Sokrates, ich "muss" dir unbedingt erzählen, was ich gerade über deinen Freund gehört habe!“
Sokrates hielt ihn auf.
„Warte. Bevor du mir das erzählst, lass uns das, was du sagen willst, durch drei Siebe laufen lassen.“
„Drei Siebe?“
„Ja. Das erste Sieb ist die Wahrheit.Bist du dir absolut sicher, dass das, was du mir erzählen willst, wahr ist?“
Der Mann zögerte.
„Nein … ich habe es nur gehört.“
Sokrates nickte.
„Dann nehmen wir mal das zweiten Sieb: der Güte. Ist das, was du mir sagen willst, etwas Gutes über meinen Freund?“
„Nein. Im Gegenteil.“
Sokrates fragte weiter.
„Dann bleibt noch das dritte Sieb: die Nützlichkeit.Ist es nützlich für mich, das zu erfahren?“
Der Mann antwortete:
„Nützlich ist es auch nicht.“
Da lächelte Sokrates und sagte:
„Wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch nützlich ist, warum solltest du es mir dann überhaupt sagen?“
Was mich an dieser Geschichte fasziniert
Diese kleine Geschichte trifft für mich genau den Punkt, den ich in meinem Alltag immer häufiger beobachte.
Wie oft bekommen wir Dinge erzählt – über Kollegen, Bekannte oder Familienmitglieder –, die durch keines dieser drei Siebe kommen würden?
Wie viel Aufmerksamkeit, Ruhe und mentale Energie verschenken wir, wenn wir uns immer wieder mit den Geschichten anderer beschäftigen?
Als Mentaltrainerin und in meiner Arbeit mit der Kausalen Medizin nach Methode Nada-Elisa stelle ich mir immer wieder dieselbe Frage:
Wo setze ich meine Energie ein?
Denn jede Energie, die in fremde Geschichten fließt, fehlt uns für unser eigenes Leben.
Sie fehlt uns für unsere Entwicklung, für unsere Entscheidungen, für die Ursachen, die wir in unserem eigenen Leben erkennen können und auch für die Veränderungen, die immer bei uns selbst beginnen.
Deshalb ist die Geschichte der drei Siebe des Sokrates, für mich längst mehr als eine schöne Anekdote geworden.
Sie ist ein innerer Kompass.
Ein Kompass, an den ich mich selbst immer wieder erinnere und den ich auch in meinen Seminaren gerne weitergebe. Immer dann, wenn mir jemand etwas über eine dritte Person erzählen möchte, taucht innerlich dieselbe Frage auf:
Hast du das bereits durch die drei Siebe gesiebt? Und ganz ehrlich: "Wenn ich in der Versuchung bin, hole ich die Siebe auch für mich aus der Trickkiste "Mentaltraining".
Ein Impuls für deinen Alltag
Tu es doch einmal ganz bewusst für einige Tage.
Bevor du etwas über einen anderen Menschen weitererzählst oder bevor du dir eine Geschichte über eine dritte Person anhörst , stelle dir drei einfache Fragen:
Ist es wahr?
Ist es gut?
Ist es nützlich?
Vielleicht verändert allein diese kurze Pause bereits die Richtung deiner Gedanken.
Und vielleicht lenkst du deine Aufmerksamkeit dadurch wieder dorthin, wo sie den größten Unterschied macht:
In dein eigenes Leben.
Denn genau dort beginnt jede wirkliche Veränderung.
Von Herzen
Deine Nada-Elisa






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