Ernährungspsychologie und warum der Mensch wieder in Teilbereiche zerlegt wird
- Brigitte Nada-Elisa

- vor 2 Tagen
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Autorin: Brigitte Nada-Elisa I Speakerin I Ausbilderin I Kausale Medizin
Mein erster Gedanke: Endlich geht jemand tiefer
Ich habe mich ehrlich gefreut, als ich über Ernährungspsychologie gelesen habe. Mein erster Gedanke war: Endlich ein Zugang, der nicht nur im Außen sucht.
Doch bei näherem Hinsehen erkannte ich: Auch hier bleibt vieles an Verhalten, Emotion, Kontrolle und Essmustern hängen. Die wahre Ursache wird noch immer nicht betrachtet.
DAS ist das große Problem unserer Zeit.
Der Begriff "Ernährungspsychologie" zeigt bereits die Begrenzung
Schon der Begriff „Ernährungspsychologie“ zeigt die Richtung.
Er verbindet Ernährung und Psyche. Also wieder zwei Fachbereiche. Wieder eine Einteilung des Menschen in einzelne Systeme.
Dort beginnt bereits die Begrenzung. Denn ein Mensch besteht nicht aus Ernährung, Psyche, Verhalten und Symptomen als getrennte Bereiche.
Ein Mensch lebt.
Er lebt unter Druck.
In Konflikten.
In Anpassung.
In innerem Kampf.
In Überforderung.
Im permanenten Funktionieren.
Daraus entstehen oft die Themen, die später über Essen, Gewicht oder völlige Erschöpfung sichtbar werden.
Warum vieles unnötig kompliziert wird
Doch anstatt direkt dorthin zu schauen, wird es wieder kompliziert gemacht.
Es entstehen neue Fachrichtungen:
– Ernährungspsychologie
– Gesundheitspsychologie
– Verhaltenspsychologie
– Emotionsregulation
– Stressmanagement
– Resilienzmodelle
Der Mensch wird zunehmend analysiert, doch immer seltener wirklich verstanden.
Warum mich auch die Zugangsvoraussetzungen nachdenklich machen
Was mich zusätzlich nachdenklich gemacht hat:
Viele dieser Weiterbildungen dürfen ausschließlich von bestimmten Berufsgruppen absolviert werden: Psychologen, Therapeuten, Ernährungswissenschaftler, Ernährungsberater und ähnliche Fachrichtungen.
Und genau das zeigt das Denken dahinter.
Tiefe wird mit akademischen Berufsbezeichnungen verwechselt. Doch ein Titel bedeutet noch lange nicht, dass ein Mensch ursächlich blickt. Ein Mensch kann jahrelang Verhalten analysieren und trotzdem nie die wahre Ursache erkennen.
Das Problem liegt oft nicht beim Essen
Das Problem liegt häufig nicht am Essen, und auch nicht primär an mangelndem Wissen.
Die meisten Menschen wissen längst:
– was gesund wäre
– was sie essen sollten
– was ihnen nicht guttut
– warum Bewegung wichtig ist
Und trotzdem verändert sich oft nichts.
Warum?
Weil Essen oft nicht das Problem ist, sondern die unbewusste Regulation eines inneren Zustandes. Viele Menschen essen nicht aus Hunger allein.
Sondern aus:
– innerem Druck
– Leere
– Überforderung
– Einsamkeit
– Anpassung
– Daueranspannung
– dem Gefühl, nicht gesehen zu werden
– einem Leben gegen die eigene Wahrheit
Das Essen übernimmt dann eine Funktion.
Es beruhigt kurzfristig.
Es lenkt ab.
Es gibt Halt.
Es kompensiert.
Doch solange die wahre seelische Ursache nicht erkannt wird, bleibt der Mensch in der Schleife. Dann wird kontrolliert, analysiert, optimiert, reguliert.
Doch nicht verstanden.
Wo echte Veränderung beginnt
Deshalb scheitern so viele Wege trotz Wissen, Disziplin und guter Absicht. Echte Veränderung beginnt nicht am Teller, sondern bei der ehrlichen Frage:
Warum lebt ein Mensch dauerhaft gegen sich selbst?
Dort beginnt Bewusstwerdung, dort beginnt Tiefe und dort beginnt der Unterschied zwischen Symptom-Behandlung und ursächlichem Verstehen.
Von Herzen Brigitte Nada-Elisa
Speakerin für Kausale Medizin I Autorin
Ausbilderin für Mentaltrainer & Mentoren
Institut Besser Leben | Kausale Medizin






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